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Warum ich mir verschiedene Perspektiven anschaue – statt einer Methode zu folgen

Saatgut + Notizblock

Selbstversorgung bedeutet für mich nicht nur, Lebensmittel anzubauen oder haltbar zu machen. Sie beginnt viel früher, nämlich bei der Frage, wie ich Entscheidungen treffe, welches Wissen ich nutze und wie ich mir Orientierung verschaffe.

Ich habe kein Interesse daran, mir eine Methode zu suchen, die alles erklärt oder für alles zuständig ist. Nicht im Garten, nicht im Alltag und auch nicht bei der Organisation meines Lebens insgesamt. Was mich interessiert, sind Zusammenhänge.

Ich habe gemerkt, dass viele Schwierigkeiten nicht dadurch entstehen, dass Menschen zu wenig wissen, sondern dadurch, dass sie sich an eine einzige Sichtweise binden. An ein System, eine Methode oder eine Erklärung, die plötzlich alles tragen soll. Das fühlt sich oft erst stabil an, wird aber mit der Zeit eng und unflexibel.

Ich gehe deshalb anders vor. Wenn mich ein Thema länger begleitet, schaue ich mir bewusst verschiedene Perspektiven an. Nicht, um mir sofort etwas herauszupicken oder umzusetzen, sondern um zu verstehen, in welchem Feld ich mich bewege und welche Haltungen darin sichtbar werden.

Gerade bei praktischen Themen wie Selbstversorgung interessieren mich nicht nur Techniken oder Rezepte, sondern auch die Gründe, warum Menschen bestimmte Wege wählen, wie sie mit Abhängigkeiten umgehen und was sie langfristig als tragfähig erleben.

Dieses Sammeln von Perspektiven ist für mich ein Teil von Selbstversorgung. Es verhindert, dass ich Verantwortung abgebe – an Systeme, Anleitungen oder vermeintlich richtige Lösungen. Wenn ich sehe, wie andere denken, handeln und einordnen, erkenne ich oft klarer, was für meinen eigenen Alltag passt und was nicht.

Das entlastet. Ich muss mich nicht festlegen, nicht positionieren und nicht erklären, warum ich etwas genauso oder anders mache. Ich kann beobachten, einordnen und meine Entscheidungen bewusst treffen.

Gerade in einem Alltag, der überschaubar und möglichst unabhängig bleiben soll, halte ich das für eine zentrale Fähigkeit: nicht einer Lösung zu folgen, sondern die eigene Orientierung aus einem größeren Zusammenhang heraus zu entwickeln. Deshalb schätze ich Formate, in denen unterschiedliche Stimmen aus der Praxis nebeneinander stehen dürfen, ohne dass daraus eine neue Norm entsteht.

Sie ersetzen keine eigene Erfahrung. Aber sie helfen mir, meine Selbstversorgung auf einer stabileren Grundlage aufzubauen.


Wer sich mit Selbstversorgung und Haltbarmachung aus dem Garten intensiver beschäftigen möchte, findet im Bereich „Was mich begleitet“ weiterführende Räume und Kontexte.

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