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Was Ordnung mit Wahrnehmung zu tun hat

Klarheit, ohne Ordnung zu inszenieren.

Ordnung wird oft mit Struktur gleichgesetzt. Mit Systemen, Kategorien, Abläufen. Mit etwas, das hergestellt werden muss, damit es funktioniert. Ordnung erschien mir lange als etwas, das von außen kommt. Dass man sie schaffen kann, wenn man nur die richtigen Mittel findet.

Mit der Zeit hat sich auch hier mein Blick verschoben. Nicht, weil mir Ordnung unwichtig geworden wäre, sondern weil ich gemerkt habe, dass sie an einer ganz anderen Stelle beginnt. Nicht im Außen, sondern in der Wahrnehmung.

Dort, wo ich überhaupt erst bemerke, was da ist. Was stimmig ist. Was Aufmerksamkeit braucht und was nicht. Ordnung entsteht für mich nicht dadurch, dass alles seinen Platz hat, sondern dadurch, dass ich sehe, was überhaupt zu mir gehört.

Im Alltag zeigt sich das sehr deutlich. Wenn ich wahrnehme, wie viel mir ein bestimmter Rhythmus guttut. Wann etwas zu viel wird. Wann ich beginne, Dinge festzuhalten, die längst keine Funktion mehr haben. Diese Wahrnehmung geht jeder äußeren Ordnung voraus. Ohne sie bleibt Struktur oft leer oder anstrengend.

Ordnung, die aus Wahrnehmung entsteht, fühlt sich anders an. Sie ist beweglich. Sie erlaubt Veränderungen, ohne dass alles zusammenbricht. Sie braucht keine ständige Kontrolle, weil sie sich immer wieder neu ausrichten darf.

Das gilt nicht nur für Dinge, sondern auch für Gedanken, Informationen, Beziehungen. Wenn ich genauer hinsehe, muss ich weniger sortieren. Wenn ich wahrnehme, was wirklich relevant ist, erledigt sich vieles von selbst. Nicht sofort, aber spürbar.

Innere Ordnung heißt für mich deshalb nicht, alles im Griff zu haben. Sie bedeutet, in Kontakt zu bleiben. Mit mir, mit dem, was mich umgibt, mit dem, was sich gerade zeigt. Diese Art von Ordnung ist nicht statisch. Sie ist lebendig.

Vielleicht liegt genau darin ihr Wert. Dass sie nicht festlegt, sondern klärt. Dass sie nicht einschränkt, sondern Orientierung gibt. Und dass sie nicht gemacht werden muss, sondern entsteht, wenn Wahrnehmung Raum bekommt.


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